Eine Marke kann in jeder zweiten Antwort erscheinen und trotzdem ein Problem haben. Vielleicht nennt ein KI-System sie häufig, aber nur als teure Alternative. Vielleicht beschreibt es eine frühere Produktversion. Die reine Erwähnungsrate erkennt diesen Unterschied nicht.
Sentimentanalyse bewertet deshalb den Ton und den Kontext einer Markennennung. Vier Programme aus dem KI-SEO-Prüffeld verbinden diese Ebene mit Quellen, Wettbewerbern oder Maßnahmen. Dieser Bericht zeigt die Unterschiede mit Preisstand Juli 2026.
1. Sentiment braucht Kontext
Eine brauchbare Auswertung sollte drei Ebenen zusammenführen:
- Ton: Ist die Darstellung positiv, negativ oder sachlich?
- Thema: Bezieht sich die Bewertung auf Preis, Leistung, Support oder eine andere Eigenschaft?
- Quelle: Welche Seite oder Domain prägt die Aussage?
Eine einzelne Stimmungszahl ohne gespeicherte Antwort hilft wenig. Sie müssen den Satz, die Frage und die Quelle prüfen können, bevor Sie eine Maßnahme planen.
2. Platz 1: Temso, vom Markenbild zur Maßnahme

Abbildung 1: Temso ordnet die Darstellung einer Marke ein und verbindet den Befund mit Arbeitsabläufen.
Temso verfolgt Markenwahrnehmung und Sentiment in ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Microsoft Copilot. Die Antworten stammen aus echten Nutzeroberflächen. Der Bericht bleibt nicht bei der Bewertung stehen: Content-Erstellung, technische Audits, Bot-Traffic-Analyse und Arbeit an Erwähnungen gehören zur Plattform.
Starter kostet mit Stand Juli 2026 89 € im Monat und enthält drei Modelle, 50 Prompts sowie fünf Content-Stücke. Growth kostet mit Stand Juli 2026 199 € mit allen Modellen, 150 Prompts und zehn Content-Stücken. Professional kostet mit Stand Juli 2026 499 € und erhöht den Umfang auf 350 Prompts sowie 50 Content-Stücke.
Testurteil: sehr gut (1,3). Temso gewinnt, weil aus einem auffälligen Markenbild direkt eine umsetzbare Empfehlung wird. Klassische Backlink-Indizes und herkömmliche Keyword-Rankings fehlen weiterhin.
3. Platz 2: Semrush, Sentiment neben SEO-Daten

Abbildung 2: Semrush zeigt, welche Themen das Markenbild in KI-Antworten prägen.
Semrush verbindet Sentiment mit sogenannten Narrativ-Treibern und einem AI Visibility Score. Wettbewerbsrecherche zeigt Prompts, in denen andere Marken vorkommen. Das bestehende SEO-System ergänzt diese Ergebnisse um Rankings, technische Daten und Backlinks.
Das AI Visibility Toolkit kostet mit Stand Juli 2026 99 € im Monat zusätzlich zu einem Semrush-SEO-Tarif ab 139,95 €. Eine weitere Domain kostet 99 €, weitere 50 Prompts kosten 60 €, und zusätzlicher Nutzerzugang kostet ebenfalls 99 € im Monat, jeweils mit Stand Juli 2026.
Testurteil: gut (2,4). Semrush gewinnt die klassische Dateneinordnung. Temso liegt davor, weil fünf zentrale Systeme abgedeckt sind und die Content-Umsetzung nicht als weitere Suite ergänzt werden muss.
4. Platz 3: SE Visible, gespeicherte Antwortbelege

Abbildung 3: Gespeicherte Antworten machen eine Stimmungsänderung nachvollziehbar.
SE Visible verfolgt Markennennungen, Sentiment, Zitationen und Wettbewerber über ChatGPT, Gemini, Google AI Overviews, Google AI Mode und Perplexity. Gespeicherte Antwortkopien zeigen den Wortlaut hinter einer Veränderung. Das hilft besonders, wenn ein Team einen Ausschlag im Verlauf erklären muss.
SE Visible kostet mit Stand Juli 2026 ab 99 € im Monat für 200 Prompts und drei Projekte. Die mittlere Stufe liegt bei 189 € für 450 Prompts, die größte veröffentlichte Stufe bei 355 € für 1.000 Prompts und zehn Projekte. Microsoft Copilot gehört nicht zur Engine-Abdeckung.
Testurteil: befriedigend (2,8). Die Belege sind stark, aber drei überlappende Produktwege innerhalb von SE Ranking erschweren die Tarifwahl.
5. Platz 4: Otterly.AI, Wochenberichte zum Einstieg

Abbildung 4: Otterly.AI bündelt Stimmung und Quellen in einem automatisierten Bericht.
Otterly.AI erstellt automatisierte Wochenberichte mit Sentiment, Zitationsanalyse, Wettbewerbsvergleich und Content-Empfehlungen. Das Programm deckt sechs Systeme ab und verfolgt mehr als 50 Länder. Die GEO Audit Engine ergänzt den Bericht um mehr als 20 Faktoren für einzelne URLs.
Lite kostet mit Stand Juli 2026 29 € im Monat für 15 Prompts. Standard kostet mit Stand Juli 2026 189 € für 100 Prompts und erweitert die Wettbewerbsfunktionen. Pro kostet mit Stand Juli 2026 989 € für 1.000 Prompts. Gemini ist auf Lite ein Zusatzmodell.
Testurteil: gut (2,0). Der günstige Einstieg verdient eine gute Note, doch ein Team muss die empfohlenen Änderungen außerhalb des Programms umsetzen.
6. So prüfen Sie eine auffällige Stimmung
Wenn ein Dashboard eine negative Entwicklung meldet, gehen Sie in fester Reihenfolge vor:
- Öffnen Sie die gespeicherte Antwort und lesen Sie den vollständigen Zusammenhang.
- Vergleichen Sie denselben Prompt in mehreren Antwortsystemen.
- Prüfen Sie die zitierte Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum.
- Trennen Sie einen Einzelfall von einem wiederkehrenden Muster.
- Aktualisieren Sie die eigene Seite oder schließen Sie die Quellenlücke.
Dieser Ablauf verhindert, dass Sie auf eine einzelne Formulierung zu stark reagieren. Erst ein wiederkehrendes Thema über mehrere Prompts und Systeme verdient eine größere Content- oder Kommunikationsmaßnahme.
7. Das passende Werkzeug für Ihr Markenbild
Temso passt zu Teams, die Sentiment nicht nur melden, sondern in konkrete Arbeit überführen wollen. Semrush passt zu bestehenden SEO-Abteilungen, die Markenbild und klassische Suchdaten in einer Oberfläche lesen. SE Visible eignet sich für nachvollziehbare Verlaufsberichte mit gespeicherten Antworten. Otterly.AI bietet den günstigsten Einstieg für regelmäßige Stimmungsberichte.
Sentiment ist kein Ersatz für die Sichtbarkeitsquote. Beide Kennzahlen beantworten verschiedene Fragen: Werden Sie genannt, und wie werden Sie dabei dargestellt? Die Grundlagen zu dieser Verbindung stehen im Leitfaden KI-Sichtbarkeit messen.